Richtig BARFEN - Gesundes und leckeres Hundefutter

Du möchtest für deinen Hund gesundes, artgerechtes und leckeres Hundefutter? Das ist eine sehr gute Idee! Warum? Vor allem, weil er sich über den einen oder anderen Gaumenschmaus freuen wird 😉 Das ist aber nur einer der vielen Vorteile beim BARFEN.

Hier erfährst du gute Gründe über das BARFEN nachzudenken. Außerdem zeige ich dir, auf was du dabei achten solltest, denn nicht alle Zutaten dürfen im Futternapf landen und auf die Mischung kommt es an.

BARFEN – Was ist das? Bedeutung und Philosophie

BARFEN bzw. BARF (B.A.R.F) ist eine Abkürzung für „biologically appropriate raw food“, bedeutet auf Deutsch also „biologisch artgerechtes rohes Futter“. Die Idee hinter dem BARFEN ist eine möglichst natürliche – und damit an die eines Wolfes angelehnteErnährung des Hundes.

BARF: Frisches Fleisch und Gemüse
BARF: Frisches Fleisch und Gemüse

Verwendet werden ausschließlich rohe Zutaten, mit Ausnahme mancher Gemüsesorten, die schwer verdaulich sind. Eine Mahlzeit besteht aus Fleisch, Fisch, Knochen, Innereien, Gemüse, Obst, verschiedenen Ölen und manchmal auch weiteren Zusätzen.

Fertige Produkte wie z.B. Trockenfutter oder auch Nassfutter verschwinden gänzlich vom Speiseplan. Damit der Hund mit allen Nährstoffen versorgt wird, die er benötigt, musst du bei dieser Art der Ernährung unbedingt einige Punkte beachten.

Bei falschen Zutaten und Mengen oder einer mangelhaften Hygiene sind gesundheitliche Probleme vorprogrammiert. Wenn du auf das BARFEN umsteigen möchtest, solltest du dich daher unbedingt vorher gut informieren.

Eine Frage vorab: Ist BARFEN wirklich so gut?

Der Wolf ist auch kein reiner Fleischfresser
Der Wolf ist auch kein reiner Fleischfresser

Diese Frage kann man nicht mit einem einfach Ja oder Nein beantworten. Wie immer gibt es verschiedene Meinungen und gerade bei diesem Thema gehen diese mitunter sehr stark auseinander.

Das fängt schon mit der „simplen“ Frage an, ob der Hund überhaupt ein Wolf ist, bzw. wieviel ein heutiger Haushund noch mit einem Wolf zu tun hat. Um diese Frage soll es an dieser Stelle aber nicht gehen. Schauen wir uns doch einfach mal die Vorteile des BARFENs an.

Vorteile beim BARFEN

  • Frische Zutaten, die du beim Anbieter deines Vertrauens kaufen kannst (Du weißt was im Futter ist!)
  • Artgerechte Ernährung ohne (oder mit wenig) Kohlenhydrate
  • Kann bei Futtermittelunverträglichkeiten, Allergien oder anderen gesundheitlichen Problemen helfen
  • Bessere Zahnpflege durch längeres Kauen (im Vergleich zum recht matschigen Nassfutter aus der Dose)
  • Häufig weniger Mundgeruch
  • Glänzendes Fell (Ist immer ein Indikator für eine gute oder eben schlechte Ernährung!)

Mythen rund um das Thema Hund BARFEN

Selbstverständlich gibt es auf den ersten Blick nicht nur Vorteile, sondern auch ein paar Einwände. Entscheiden musst du dich letztlich selbst. Beide Seiten haben ihre Argumente 😉

BARFEN ist nur ein Trend

Das Thema BARF scheint zuletzt in aller Munde zu sein. Immer häufiger liest und hört man von den positiven oder eben auch negativen Ansätzen des BARFENs. Je nachdem, wen man fragt 😉

BARFEN: Nur ein Hype?
BARFEN: Nur ein Hype?

Aufgrund der Tatsache, dass man sich an der natürlichen, dem Wolf nahen, Ernährung orientiert, ist man automatisch auch der ursprünglichen Ernährung des Haushundes näher als mit industriell gefertigtem Trockenfutter, das häufig mit viel Kohlenhydraten und nicht selten mit einem geringen Fleischanteil daherkommt.

Von daher ist das bewusste Überdenken der Ernährung des Hundes in letzter Zeit vielleicht etwas mehr in Mode gekommen. Sich dabei auf die Natur des Tieres zu konzentrieren aber sicher nicht.

Kosten: BARFEN ist teuer

Ein weiterer Mythos ist die Frage nach den Kosten. BARFEN ist teuer und aufwändig – so hört man. Aber was ist teuer? Vor allem: Im Vergleich zu was? Wenn man eine ausgewogene, mit frischen Zutaten zubereitete BARF-Mahlzeit mit dem billigsten Trockenfutter aus dem Discounter vergleicht, ist BARFEN teurer.

Ist BARFEN viel teurer als herkömmliches Hundefutter?
Ist BARFEN viel teurer als herkömmliches Hundefutter?

Aber es geht ja nicht um die Frage, wie du deine geliebte Fellnase möglichst billig vollstopfst. Ganz im Gegenteil. Wer sich Gedanken zum Thema BARFEN macht, möchte sich ja bewusst um eine hohe Qualität bemühen. Und diese muss nicht zwangsläufig sehr teuer sein. Wir haben zum Beispiel das Glück, dass in der Nähe ein Schlachthof mit „Werksverkauf“ ist.

Dort können wir verschiedene Sorten Fleisch bestellen und z.B. kiloweise portioniert und verschweißt abholen. Auf diese Weise bekommen wir unser Futter mit frischen Zutaten sogar günstiger als die meisten Nassfutter der Mittelklasse 😉

BARFEN ist kompliziert

BARFEN ist KEINE Raketenwissenschaft
BARFEN ist KEINE Raketenwissenschaft

Über diesen Mythos kann man schon eher streiten. BARFEN ist sicherlich komplizierter als das Aufreißen einer Dose mit Nassfutter. Allerdings ist es auch keine Raketenwissenschaft. Es gibt ein paar einfache Grundregeln, die man einhalten muss.

Es ist richtig, dass man dem Hund mehr schaden als etwas Gutes tun kann, wenn man diese Grundregeln nicht einhält. Aber wenn du dir ein wenig Fachwissen aneignest und ein paar Tipps & Tricks einhältst, dann bekommst du mit etwas Übung schnell und einfach ein tolles, ausgewogenes und gesundes Fresschen.

Nährstoffmangel beim BARFEN ist vorprogrammiert

Auch mögliche Nährstoffmängel passen zu dem Gerücht, BARFEN sei besonders kompliziert. Da sind wir wieder beim nötigen Grundlagenwissen zum Thema BARFEN. Wenn du auf die Zusammensetzung deiner BARF-Mahlzeiten achtest, fehlt es deiner Fellnase an nichts.

In einer ordentlichen Mahlzeit sind alle wichtigen Nährstoffe enthalten. Wie so eine Mahlzeit aussehen kann, erfährst du etwas weiter unten im Artikel. Am Ende findest du außerdem noch ein paar Empfehlungen, wo oder wie du dich sehr gut in das Thema einarbeiten kannst.

Die größten Fehler beim BARFEN

  • Zu viel Fleisch
  • Ungeeignete (rohe) Kohlenhydrate
  • Falsche Mengen
  • Fehlende Nährstoffe
Frische Kalbsleber - Da lacht das Hundeherz :)
Frische Kalbsleber – Da lacht das Hundeherz 🙂

Ein hoher Fleischanteil gehört, wie beim Trocken- oder Nassfutter, auch in eine gute BARF-Mahlzeit. Häufig wird ein Fleischanteil von 70-80% empfohlen. Allerdings reicht es nicht, den Napf einfach mit viel Fleisch zu füllen. Eine Überversorgung an Proteinen kann sich sogar negativ auf die Gesundheit deines Hundes auswirken.

Kohlenhydratequellen, wie z.B. Kartoffeln oder andere Gemüsesorten, sollten zuvor erhitzt werden, da sie sonst schwer verdaulich sind. Generell sollte man immer den Kot des Hundes im Blick behalten. Wenn sich dein Hund mit manchen Gemüsesorten schwer tut, ist es immer ratsam es vorher zu kochen und/oder zu pürieren.

Frische, fleischige Knochen sind wichtig und lecker
Frische, fleischige Knochen sind wichtig und lecker

Zu viel (Muskel)fleisch ist ein häufig gemachter Fehler, genau wie die Unterversorgung oder sogar das Weglassen von z.B. Innereien oder Knochen. Diese Komponenten versorgen den Hund mit wichtigen Nährstoffen und sollten daher auf keinen Fall fehlen.

WICHTIG
Das Wichtigste beim BARFEN ist eine gute Zusammenstellung aller Nährstoffe.

Hund richtig BARFEN

Im Folgenden einige grundsätzliche Angaben zum richtigen BARFEN. Aber bitte noch einmal verinnerlichen: Bevor du loslegst, solltest du dich unbedingt breit informieren. Sprich mit deinem Tierarzt, lies ein Buch oder besuche einen (Online-)Kurs. Am Ende des Artikels findest du passende Empfehlungen. Die Gesundheit deines Hundes soll an oberster Stelle stehen, sonst bringt der beste Ansatz nichts 😉

Was gehört in eine ausgewogene BARF-Mahlzeit?

70% Muskelfleisch, Fisch, Knorpel
20% Pflanzliche Bestandteile: Gemüse, Obst, Getreide
10% Innereien: Leber, Niere, Lunge, Pansen, Blättermagen

Frisches Fleisch oder Fisch, Gemüse, Obst und Öl
Frisches Fleisch oder Fisch, Gemüse, Obst und Öl

Vitamine, Jod, Zink, Calcium sind z.B. in Ölen, Eierschalen und Knochen enthalten. Manchmal wird auch die Zugabe spezieller Ergänzungsmittel empfohlen. Auch Kräutermischungen, unter anderem zur Fellpflege oder zur Behandlung von Juckreizen, können unter das Futter gegeben werden.

WICHTIG
Die Angaben sind bewusst nur grob unterteilt und stellen daher kein Rezept dar! So oder so ähnlich KANN eine BARF-Mahlzeit aussehen. Wenn du ein Rezept ohne Hinweis auf diese Komponenten findest, lass lieber die Finger davon.

Wie berechnet man eine Ration beim BARFEN?

Die korrekte Futtermenge ist wichtig
Die korrekte Futtermenge ist wichtig

Üblicherweise werden zwischen 2 und 4% des Körpergewichts als ideale Futtermenge pro Tag empfohlen. Das sind aber nur Richtwerte, weil der Energiebedarf deines Hundes natürlich von seiner Bewegung abhängt. Hast du eher einen gemütlichen oder einen sehr aktiven Hund?

Unsere Labrador Retriever Hündin Amy ist viel in Bewegung. Um ihr Gewicht von ca. 32kg zu halten, verfüttern wir etwa 1kg unseres selbst gemachten Futters pro Tag. Das entspricht also etwas mehr als 3% ihres Körpergewichts. Außerdem kommen ja noch die einen oder anderen Leckerlis dazu. Die darf man bei der Rechnung natürlich nicht vergessen 😉

Generell sollte man das Gewicht immer im Blick behalten. Hunde reagieren schnell auf Änderungen im Fressverhalten, nehmen also schnell zu und auch ab.

Was darf der Hund fressen und was nicht?

Die folgende ausführliche Liste enthält Nahrungsmittel, die problemlos im Futternapf landen dürfen und solche, die du nicht verfüttern solltest. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im Zweifel solltest du dich vorher immer informieren, wenn du dir unsicher bist.

Der Futternapf
  • Fleisch: Rind, Schwein, Pute, Pferd, Strauß, …
  • Fisch: Lachs, Thunfisch, Forelle, …
  • Eier (gekocht)
  • Hüttenkäse
  • Reis, Nudeln, Kartoffeln (gekocht!), Haferflocken
  • Möhren, Fenchel, Paprika (rot/gekocht!), Rote Beete, Brokkoli, …
  • Äpfel, Birnen, Banane
  • Essensreste (vor allem gewürzte)
  • Tomaten (roh), Paprika (roh), Kartoffeln (roh)
  • Avocado
  • Zwiebeln, Lauch, Knoblauch
  • Nüsse (mit ein paar Ausnahmen, von daher bitte aufpassen und vorher genauer recherchieren!)
  • Fruchtkerne (Steinobst)
  • Weintrauben, Rosinen
  • Birkenzucker
  • Schokolade

Risiko Hygiene – Für Tier UND Mensch

Einfache Hygienestandards, wie in der Küche üblich ;)
Einfache Hygienestandards, wie in der Küche üblich 😉

Wer ab und zu in der Küche steht, ob nun für den Hund oder für die Familie, weiß wie wichtig die Einhaltung einfacher Hygienestandards ist. Wenn dem so ist, hat man wahrscheinlich auch schon davon gehört, dass rohes Fleisch mit Keimen belastet sein kann. Dies zeigen auch einige wissenschaftliche Studien.

Der Vollständigkeit halber möchten wir darauf hinweisen, dass Keime oder Bakterien theoretisch auch übertragen werden können. Allerdings ist uns kein nennenswerter Fall bekannt. Es ist vermutlich wie so häufig eine Möglichkeit, die man zwar mathematisch nachweisen kann, aber in der Realität kaum antrifft 🙂

Empfehlungen: BARFEN für Anfänger und Fortgeschrittene

In diesem Artikel hast du bereits die Basics des BARFENs kennengelernt. Du kennst jetzt gute Gründe für die Eigenproduktion des Hundefutters. Darüber hinaus weißt du, was im Futternapf landen darf und was nicht.

Wenn du allerdings noch tiefer in das Thema BARF vordringen möchtest, können wir dir folgende Bücher und Online-Kurse sehr empfehlen:

Die Barf Bibel

Die Lösung für dich, wenn du deinen Hund endlich individuell füttern willst

  • 188 Seiten Buch vollgepackt mit Wissen zum Barfen.
  • Inklusive 25 Barf Rezepte mit Futterplan.
  • Dieses Buch wurde von einem Tierarzt auf die gesundheitlichen Aspekte geprüft.
  • 60 Tage Geld Zurück Garantie
  • Versandkostenfreie Lieferung

Preis: 19 Euro (Buch) | 15 Euro (eBook)

BARF Online-Kurs 2.0

Mit dem Online-Kurs von Dogtisch Academy lernst du alles, was du brauchst, um deinen Hund endlich artgerecht und fehlerfrei zu barfen oder auf BARF umzustellen. Als Hundeernährungsberaterin führe ich dich Schritt für Schritt durch die Basis der Rohfütterung – individuell auf deinen Hund abgestimmt.

  • zeit- und ortsunabhängiger Online-Kurs
  • für Anfänger und Fortgeschrittene
  • Inklusive PDF-Teilnahmebestätigung
  • über 4 Stunden Videomaterial

Preis: 129 Euro

Fazit

BARFEN ist eine sehr natürliche und artgerechte Hundeernährung. Deshalb ist es grundsätzlich eine gute Idee sich mit dem Thema zu befassen. Vor allem dann, wenn dein Hund mit Futtermittelunverträglichkeiten oder anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

Allerdings solltest du nicht einfach drauf los BARFEN, sondern dir vorher unbedingt einiges an Wissen aneignen. BARFEN ist keine Raketenwissenschaft, aber es gibt durchaus einige Dinge zu beachten. Bei falschen Zutaten, Mengen oder einer mangelhaften Hygiene bestehen Risiken für Tier und Mensch!

Wenn du dich mit dem Thema BARFEN intensiv beschäftigen möchtest, empfehlen wir dir den Kurs BARF FÜR HUNDE 2.0 von Dogtisch Academy. Darin erfährst du von Spezialisten mit langjähriger Erfahrung alles, was für ein gesundes BARFEN nötig ist. Die richtigen Zutaten, die richtige Menge, wie du deinen eigenen Futterplan erstellst und vieles mehr.

Quellen (Auszug)

Wie hat dir der Artikel gefallen?

Klick auf einen Stern, um deine Bewertung abzugeben

Durchschnitt: 4.6 / 5. Anzahl Stimmen: 23

Sei der erste, der diesen Beitrag bewertet.

Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, lass doch bitte eine Bewertung da und teile ihn mit deinen Freunden. Für Fragen, Wünsche oder auch Kritik, steht dir der Kommentarbereich zur Verfügung. Wir möchten unseren Inhalt gerne pflegen und kontinuierlich erweitern – Hilf uns dabei. Vielen Dank 👍🐶😊

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments